Sonntag, 3. April 2022

02. April 2022 Carrabelle FL - Santa Rosa Beach FL

Zum ersten Mal war es diese Nacht richtig kalt, wir mussten uns Zusatzdecken auflegen. Der Morgen hält dann für uns einen Sonnenaufgang allererster Güte bereit. 
Richtung Westen kündigt sich jedoch schon jetzt mit dunklen Wolken an, was uns heute begleiten wird. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die ersten Donner zu hören und Blitze zu sehen sind und heftiger Regen einsetzt.
Gestern hatte das Office nach unserem Strandbesuch schon geschlossen, dadurch konnten wir keine Dollar in Quaters tauschen, die für die Münzwaschmaschinen  des Platzes unabdingbar sind. Also stapfe ich noch vor dem Frühstück durch den Regen, wechsle während einer netten Unterhaltung mit Pat die Münzen und starte anschließend in der Laundry zwei Waschmaschinen. Nach dem Frühstück dann umschichten der Wäsche in den Trockner, und als wir um 11 Uhr aufbrechen ist alles fertig. Ich verabschiede mich noch kurz im Office, dann biegen wir wieder in die US98 ein, der wir heute den ganzen Tag folgen werden. 
Eigentlich war heute ein sehr ruhiger Tag mit Strandbesuch und einer aussichtsreichen Fahrt am blauen Meer entlang geplant. Nun, ruhig ist der Tag auf jeden Fall, jedoch fällt der Strand dem Dauergewitterschauer zum Opfer, und der Golf von Mexico ist heute ähnlich schlachtschiffgrau wie die Nordsee.
Nach kurzer Fahrt kommen wir in den Ort Carrabelle. Hier residiert der Sheriff in "The world's smallest Police station" , die aus einer alten Telefonzelle besteht, aber heute nicht besetzt ist. 
Auf den folgenden Kilometern, die meist unmittelbar am Wasser entlang führen, versuchen wir, zwischen dem Wischen der Scheibenwischer hindurch etwas von der Küste zu erahnen. "Forgotten Coast" heißt diese Region, und in der Tat wirkt hier alles etwas verschlafen; größerer Touristenrummel scheint hier nicht stattzufinden. 
In Eastpoint verlassen wir kurz unsere Route und fahren über eine lange Brücke nach St. George Island. Hier wollen wir uns den Leuchtturm anschauen. Jedoch ist der Turm zu unserer Enttäuschung geschlossen, "due to the weather". So bleibt uns nur die Außenansicht und ein Besuch im kleinen Museum. Dieser Turm von 2008  ist bereits der vierte Leuchtturm auf St. George; sein von Hurricanes gezeichneter Vorgänger war 2005 eingestürzt. 
Wieder zurück auf dem Festland überqueren wir auf einer weiteren langen Brücke den Apalachicola River und an dieser Stelle auch ohne jeden entsprechenden Hinweis die Zeitgrenze zwischen Eastern- und Central Time Zone, also gewinnen wir uhrzeitmäßig eine Stunde.
Jenseits des Flusses liegt der Ort Apalachicola, eines der Zentren der amerikanischen Austernzucht. Der Ort wirkt auf uns durch die Autoscheiben recht hübsch, und auf der Hauptstraße sieht es zum ersten Mal so aus, wie man sich die Südstaaten vorstellt: Große knorrige Bäume ragen mit weit ausladenden Ästen über die Straße. 
Weiter geht's an der Küste entlang. Über viele Kilometer folgt nun kein Ort mehr, dafür gelegentlich Häuser in Küstennähe, alle wie schon gestern gesehen auf hohen Betonstelzen stehend. Meist sehen sie regelrecht aufgebockt aus, das heißt, das Haus ist völlig normal gestaltet, jedoch aufgeständert. 
Später passiert die US98 die Tyndall Air Force Base. Erstaunlicherweise kann man bei einem Teil des riesigen Areas zwischen den Gebäuden auf das Vorfeld schauen, eine Handvoll A10 und daneben einige F16 sind zu erkennen. 
Als wir in Callaway zum Tanken und beim SUBWAY anhalten, hat der Regen aufgehört, Richtung Westen wird der Himmel zunehmend heller. 
Dann durchfahren wir die Außenbezirke von Panama City und Panama City Beach. Wir vermeiden dabei bewusst die Straße am Strand, und sehen so die riesigen Appartement- und Hotel-Hochhäuser - teilweise in kitschigem Las Vegas-Style gehalten - nur von Ferne. Panama City ist das östliche Ende und eine der Hochburgen der sogenannten "Redneck Riviera", die entlang der Golfküste bis nach Louisiana reicht; hier verbringen die Urlauber des Mittleren Westens ihre Badeferien oder Wintermonate, das erfordert eine Infrastruktur die an Gran Canaria oder Palma erinnert, jedoch im XL- Modus. 
Der Großstadtverkehr ist ein krasser Gegensatz zur vorherigen Beschaulichkeit der "Forgotten Coast", und wir sind froh, als wir uns auf einem 4spurigen Highway mit extra breitem Mittelstreifen wiederfinden, mit dem die US98 die Stadt westwärts verlässt. Etwa 20 Kilometer weiter haben wir dann unser Ziel erreicht, den im Topsail Hill Preserve State Park bei Santa Rosa Beach gelegenen "Gregory Moore RV Resort". 
Dieser Campground erweist sich als sehr großzügige Anlage mit Dutzenden von RV-Sites stattlicher Größe, die am heutigen Samstag gut belegt sind, und vielen Zeltplätzen und Bungalows. 
Jedoch ist er auch weitestgehend Netz- und WLAN-freie Zone, was Planung und Blogschreiben unmöglich macht. Zum Meer ist der Fußweg zu weit, so setzen wir uns vor unseren RV, bis es uns zu kalt wird. Durch die Zeitumstellung fallen uns dann die Augen recht früh zu. 

26. April 2022 LAX Airport CA - Zürich - München - Weilheim

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