Dienstag, 29. März 2022

28. März 2022 Orlando FL - Port Canaveral FL

Beim Betreten des Hotel-Frühstücksraums fragen wir die Bedienung, wie das mit der Maske gehandhabt wird. "It's up to you" ist die Antwort. So ganz stimmt das zwar schlussendlich nicht, denn es gibt auch hier durchaus noch Orte, bei denen die Maske vorgegeben ist, zB. gestern im Flughafengebäude, beim Uber-Fahrer, der uns nachher fahren wird, oder beim Wohnmobilverleih; aber trotzdem trifft diese auf Selbstverantwortung abzielende Sichtweise die Einstellung hier in Florida. Beim WALMART werden wir heute kaum Masken sehen, ebenso auf dem Campground - man hat sich offensichtlich zur Rückkehr zur Normalität entschlossen. Wir sind gespannt, wie wir das in den nächsten Tagen erleben werden.
Nach dem Frühstück bestellt Susanne per App besagten Uber-Fahrer, der zu einem freundlich- ausgiebigen Schwätzchen aufgelegt ist, während er uns einmal quer durch Orlando kutschiert. Jede Menge Vorstadt mit allerlei Residenzen und Country Clubs, und nur wenig Downtown, so lässt sich die Stadt die wir sehen beschreiben. Es gibt aber natürlich auch weniger repräsentative Ecken, zum Beispiel jenes Gewerbegebiet, in dem der RV-Verleih liegt. Dort treffen wir  auf eine Angestellte, die Franzi heißt und aus Deutschland stammt, was die sprachliche Barriere hinsichtlich Formalitäten und die Einweisung deutlich vereinfacht. Überhaupt läuft die Übergabe hier bei ROADBEAR RV deutlich professioneller ab als bei EL MONTE in New Jersey 2019, wo wir gute zwei Stunden auf den Check In warteten und neben einem aufdringlichen Versicherungsvertrieb sogar noch einen langwierigen Einführungsfilm über uns ergehen lassen mussten. Als Überraschung bekommen wir noch ein doppeltes Upgrade: Unser RV ist erstens flammneu, die einzigen bisherigen Kilometer resultieren aus dem Transfer vom Hersteller in Indiana hierher nach Florida. Selbst die Nummernschilder sind noch vorläufig und aus Papier an die Scheiben geklebt, da die "richtigen" noch nicht fertig bzw. nicht rechtzeitig beim Verleih eingetroffen waren. Wobei uns eigentlich ein so makelloses Fahrzeug nicht wirklich geheuer ist, können doch alle Macken bei der Abgabe eindeutig uns zugeordnet werden. Nicht, dass uns das je passiert ist... 
Als zweites - und das ist wirklich klasse - ist unser RV mit einem Slide Out ausgerüstet, das heißt dass das Chassis im Bereich um den Esstisch um einen dreiviertel Meter herausfahrbar ist und so ein deutlich größeres Raumgefühl vermittelt - natürlich nur beim Aufenthalt auf Campgrounds.
Beim Rundgang um und durch das Fahrzeug nehmen wir noch weitere positive Aspekte zur Kenntnis wie mehrere eingebaute USB-Ports zum Aufladen elektronischer Geräte oder dass die Wasserheizung nun auch mit Strom zu betreiben ist, was Stromadapter bzw. Campinggas spart. Ein paar kleine Kratzer in der Stoßstange sind dennoch zu dokumentieren, dann übernehmen wir offiziell unser fahrbares Heim für die nächsten vier Wochen.
Gepäck verstauen, die Befestigung des Kindersitzes eruieren, Oskar mit den Gegebenheiten vertraut machen usw. brauchen noch eine Weile, dann wagen wir uns hinaus auf die Straße und hinein in den Verkehr. Zum Glück führt unsere Route nach Cape Canaveral nun ersteinmal 35 Kilometer mehrspurig schnurgeradeaus, erst lange durch städtisches Gebiet, dann durch die für US-Städte so charakteristischen endlosen Gewerbegebiete mit Gebäuden jeglichem Nutzungs- und Erhaltungszustands. Susanne steuert das große Gefährt trotz allem Respekt angesichts seiner Abmessungen gewohnt souverän durch den Verkehr der ersten Meilen. 
Irgendwo findet sich auch ein WALMART für den ersten Großeinkauf; die schiere Größe des Marktes erschlägt uns wie stets aufs Neue beim ersten Mal am Urlaubsanfang. 
So ziemlich alles zwischen Salz, Kaffee, Nudeln, Wein, Käse und Milch muss gekauft werden, auch einige Flaschen des hochgeschätzten SAMUEL ADAMS-Biers aus Boston wandern in den Einkaufswagen. 
Nach besagten 35 Kilometern meldet sich zum ersten Mal das Navi und weist uns auf einen weiteren weitgehend geraden Highway, der nun durch sattgrünes Wald- und Sumpfland führt.
Von einer hohen Brücke aus sehen wir am Horizont zum ersten Mal den gigantischen Würfel der NASA-Anlage von Cape Canaveral - dort wollen wir morgen hin.
Ein paar weitere lange Brücken über küstennahe Gewässer später haben wir die Küste erreicht. Ohne Sicht zum Meer führt uns die Atlantic Avenue parallel zu diesem nach Norden bis zur Spitze der langgezogenen Insel. Hier liegt das Kreuzfahrtterminal Port Canaveral und der Jetty Park, in dem auch unser Campground liegt. 
Nach dem Einparken in unserer Site gehen wir noch zum Meer. Der kürzeste Weg zum Wasser führt an die Mündung eines breiten Kanals, der den Hafen mit der See verbindet, und an den Anfang eines ins Meer führenden Anglerpiers, an dem wir uns jedoch mit Blick auf die fortgeschritte Zeit nicht mehr versuchen.
Beim Abendessen spüren wir drei den Jetlag nun recht nachdrücklich, so dass der Abend kurz ausfällt und wir das nicht geschaffte Gepäckauspacken auf morgen verschieben. 


26. April 2022 LAX Airport CA - Zürich - München - Weilheim

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